Stimme des anderen Tages

Wanderung, Wandlung, dieses

Eine ist gewiß:
Die Gärten des Paradieses,
die Täler der Finsternis
sind nicht so weit entfernte
Länder wie wir geglaubt,
und nicht jeder Ernte
stehen wir beraubt.

Tief in der Unrast Zonen,
eh wir die Furche ziehen,
ehe wir bauen und wohnen,
gehen wir so dahin
fast wie ungeboren
fast wie ohne Schuld,
keinem Ding verschworen,
wartend in Geduld …
Und lauschen der Stimme des andern
Tages, der in uns beginnt
und hören nicht auf zu wandern,
bis wir verwandelt sind.

Marie-Luise Kaschnitz (1901 – 1974)

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